Mit uns zu den Sternen
Sternfreude Soest
Wir über uns
Die Sternwarte
Unser Tagungsort
Termine
News
Mondfinsternis 2018
Bilder der MoFi
Beobachtungsberichte
Beobachtungsbericht
Beobachtunhsbericht
Beobachtungsbericht
Diashow
Für Anfänger
Kindergärten Schulen
Kontakt
Links

Beobachtungsbericht vom 05.10.2018


Beobachter: Uwe

Uhrzeit: 22.20-00.45 Uhr

Beobachtungsort: mein Garten im Soester Süden


Gestern war der Wetterbericht aussichtsreich und nachdem die breitgezogenen Kondensstreifen verschwanden, gab es einen wolkenlosen Himmel. D.h. um 20.30 Uhr den Dobson raus zum Auskühlen, da ich zum Rausfahren ins Feld zu faul war. Die Auskühlzeit habe ich mit 2 BBC-Folgen einer „Father Brown“ Serie überbrückt. Zwischenzeitlich war es ausreichend dunkel geworden, und die Nachbarn hatten einiges an Illumination ausgemacht. Um dem Restlicht aus dem Weg zu gehen, hatte ich zu hellen Tageszeiten bereits drei Pflastersteine als Dobsonbasis an geeigneter Stelle ins Lot gebracht. Damit stand ich strategisch gut. Lediglich eine Nachbarlaterne musste durch eine Decke, die ich über ein Bambusstangenkreuz ausgebreitet hatte, abgedeckt werden. So vorbereitet musste ja was aus dem Abend werden. Die Himmelsqualität war durchschnittlich (fst ~4.5-4.8mag).

 

M103 OC in der Cassiopeia

Zu meiner Überraschung fehlte dieser Haufen in meiner Liste der beobachteten Messier-Objekte, obwohl er prominent in Cassiopeia, nahe dem Stern Delta Cas liegt.
Bei der Aufsuchvergrößerung von 52x fallen 3 helle Sterne auf, die ein fächerförmiges Dreieck bilden. Bei höheren Vergrößerungen kommen mehr schwächere Sterne in den Blick, die sich vor allem zur Spitze des Dreiecks konzentrieren. Mit indirektem Sehen tauchen hier ca. 10 nadelfeine Sterne auf. Bei 250x sind dem Zentrum ca. 30 Sterne zuzuordnen, die unregelmäßig, locker verteilt sind. Der OC ist insgesamt unregelmäßig strukturiert. Ein hübscher Haufen, bei dem man gut ein wenig verweilen mag, um alle Details wahrzunehmen.

Vergrößerungen: 52x, 125x, 156x, 250x

 

 

NGC663 OC in der Cassiopeia

Unweit von M103 findet sich zw. Epsilon und Delta Cas dieser ebenfalls offene Haufen. Er zeigt sich locker und weiträumig, unregelmäßig verteilt, ohne einen Zentralbereich. Die helleren Mitglieder bilden mehrere Sternpaare. Zwei Sternketten erwirken 2 optische Zentren im Haufen. Bei 96x Vergr. zeigt sich der Haufen von seiner besten Seite. Ab 156x Vergr. sind schwächere Sterne im Zentrum zu sehen, die vorher ein Glimmen im Hintergrund bildeten.

Vergrößerungen: 96x, 156x

 

 

NGC654 OC in der Cassiopeia

In unmittelbarer Nachbarschaft zu NGC 663 findet sich dieser kleinere, offene Haufen, der aus locker verteilten, schwächeren Sternen besteht. Er hat eine längliche Ausdehnung, fast rhombenartig und zeigt kein klares Zentrum. Eine Seite ist flach begrenzt; gegenüberliegend wird er von 2 hellen Feldsternen flankiert.

Vergrößerungen: 96x, 156x

 

 

NGC659 OC in der Cassiopeia

Unmittelbar südlich von NGC 663 findet sich dieser kleine, unscheinbare Offene Haufen, der nur wenige schwache Sterne hat. Die gleichmäßig schwachen Sterne zeigen durch ihre räumliche Nähe dennoch den Haufencharakter an. Sicherlich ein Objekt für den eher aufmerksamen Beobachter, das leicht zu übersehen ist. Eine Kette von 4-5 Sternen fällt auf, wobei der Haufen nur 12-15 Mitglieder zu haben scheint.

Vergrößerungen: 96x, 125x, 156x

 

 

Neptun im Wassermann

Premiere!!! Die erste Neptunsichtung. Der Planet ist nicht spektakulär, aber ich freue mich „wie Bolle“ über die erste Sichtung. Lambda Aqr (3.7mag) dient als Aufsuchhilfe (unterstützt durch die digitalen Teilkreise). Der Stern ist in der Region noch gut zu erkennen, so dass ich mich zunächst mit dem Telradsucher ins Zielgebiet bringe und mich mit den Teilkreisen heranpirsche. Bei mäßiger Vergrößerung wirken alle Objekte sternartig. Ein Objekt ist bei direktem Sehen besser zu halten als die Umgebungssterne. Dieses Objekt offenbart sich bei höherer Vergrößerung sofort als Neptun. Ab 156x ist Neptun unmittelbar als Scheibchen wahrnehmbar, und ich meine Scheibchen sehr wörtlich, denn der Planet erscheint klein. Neptun zeigt eine bläuliche Färbung, die leicht ins grünliche changiert; blau überwiegt.

Vergrößerungen: 96x, 125x, 192x, 250x

 

 

Uranus im Widder

Als erste Aufsuchhilfe dient Omikron Psc, obwohl Uranus mittlerweile in das Sternbild Widder gewandert ist. Uranus befindet sich ca. 3,5° westlich von Omikron Psc. Bei 85 Jahren Umlaufzeit ist er im wesentlich noch dort wo er in 2017 war. Neptun hat übrigens 165 Jahre Umlaufzeit, der kommt auch nicht so schnell aus dem Wassermann raus. Die gesamte Gegend südlich vom Pegasusviereck ist durch Sterne mittlerer Helligkeit, der Bilder Wassermann, Walfisch und Fische, geprägt. Alle Bilder sind eher ausgedehnt und unter dem (aufgehelltem) Vorstadthimmel nicht so ohne weiteres zusammen zu bekommen.

Bei 96x Vergrößerung zeigt sich Uranus prompt als kleines Scheibchen; im Vergleich zu Neptun aber schon komfortabel sichtbar; was bei 5.8mag auch nicht schwer sein sollte. Als beste Vergrößerung stellt sich das 13mm Okular + Barlowlinse heraus (= 192x). Der Planet zeigt eine blass-bläuliche Färbung. Die erwartete grünliche Färbung nehme ich an diesem Abend nicht wahr. Aus 2017 habe ich eine deutliche Türkis-Färbung in Erinnerung.

Vergrößerungen: 96x, 125x, 192x, 250x, 312x

 

 

NGC772 Gx im Widder

Den Empfehlungen der aktuellen Ausgabe von „Abenteuer Astronomie“ folgend suche ich nach der Glx NGC 772 und finde sie prompt. Sie erscheint oval, diffus ohne klare Abgrenzung zum Hintergrund. Der Kernbereich wirkt kaum heller. Strukturen zeigen sich hier heute nicht im 10“er. Trotz der eher mäßigen Himmelsqualität ist die 10.3mag helle Glx sofort zu erkennen; Flächenhelligkeit 13.9mag/arcsec 2 . Die in genannter Zeitschrift benannte Nachbar-Glx. NGC 770 kann ich nicht bewusst erkennen; laut Stellarium 13.5 mag. Da sind in dieser Nacht offenbar die Grenzen aus der Kombination „Beobachter-Standort-Himmelsqualität“ erreicht. Gamma Arietis ist als Aufsuchstern mit 4,5mag als schwächster Stern in der Region mit freiem Auge zu erkennen.

Vergrößerungen: 96x, 125x, 250x

 

NGC404 Gx (Mirachs Geist) in der Andromeda

Tolles Objekt, das überrascht! Man nimmt den mittleren Stern der Andromedakette ins Okular (Beta And, 2.0mag = Mirach) und glaubt einen Lichtreflex des hellen Sterns zu sehen. Tatsächlich handelt es sich um die 10.3mag (helle oder dunkle) Galaxie. Es empfiehlt sich, Mirach aus dem Gesichtsfeld zu halten. Die Glx wirkt flächig, rundlich und ein wenig grießig, diffus. Der Kern ist nur wenig aufgehellt. Der Rand grenzt sich gut zum Hintergrund ab, tolles Gesamtbild! Da lobe ich mir die visuelle Astronomie als Naturbeobachtung, die so unmittelbare Erlebnisse am Okular ermöglicht.

Vergrößerungen: 96x, 125x, 250x

 

 

M45 OC (Plejaden) im Stier

Mittlerweile sind die Plejaden über die Hausdächer gestiegen. Das 36mm Okular bietet diesen ausgedehnten Haufen in seiner Gesamtheit an. Das nehme ich nur der Ästhetik wegen an diesem Abend mit. Für Details ist das Auge schon ein wenig zu müde – aber immer wieder nur schön.

Vergrößerung: 35x

 

 

M33 Gx im Dreieck

Die Galaxie steuere ich immer wieder an, da sie m.E. ein Indikator für die Himmelsqualität ist. Heute zeigt sich eine ausgedehnte, diffuse, strukturlose Fläche. Die HII-Region NGC 604 gehe ich in den nächsten Nächten an. Der CLS-Filter bringt keine Vorteile.

Vergrößerung: 35x       Filter: CLS

 

 

M31 Gx in der Andromeda mit Begleitgalaxien M32 und NGC205

Im 36mm Okular ist die Ausdehnung der Andromedagalaxie mittels indirektem Sehen zu erahnen. Das rd. 2° große Gesichtsfeld wird von M31 diffus länglich und gänzlich durchzogen. Höhere Vergrößerungen bieten immer nur den Kernbereich an. Die beiden Begleitgalaxien flankieren M31 im Gesichtsfeld. M32 klein mit hellem, großem Kern; NGC 205 diffus und ohne deutliche Verdichtung zur Mitte. 

Vergrößerung: 35x

 

Als Streichergebnis muss ich dagegen die edge-on Galaxie NGC891 vermelden. Offenbar zickt die ein wenig wegen des hellen Himmelshintergrundes rum. Bei vergangenen Beobachtungen habe ich sie ohne Probleme aus meinem Garten gesehen; heute jedoch nicht. Da braucht es wohl einen besseren Himmel, kein Beobachtungsabend ist wie der andere. Mal gehen Dinge, die sonst nicht klappen oder anders herum. So bleibt es spannend.

 

 

Legende:

Gx = Galaxie

OC = offener Sternhaufen (open cluster)

GC = Kugelsternhaufen (globular cluster)

Gn = Gasnebel

PN = Planetarischer Nebel

 

                                                                                                                                                                                                    

                                                                                                                

M 103 in der Cassiopeia
Aufnahmeort: Sternwarte Meckingsen
M 33 im Dreieck
Aufnahmeort: Sternwarte Meckingsen

Sternfreunde-Soest

to Top of Page