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 Beobachtungsbericht vom 04. u. 05.04.2018


Beobachter: Uwe


Mittwoch 04.04.2018            Ort: meine Terrasse, Stadtrandlage Soester Süden

  

Nachdem wir mit Freunden aus der Pizzeria kamen, präsentierte sich überraschend ein Sternenhimmel. Das verlangt nach Beobachtung. Somit kam der 10“ Dobson gegen 22:00 Uhr zum Akklimatisieren auf die Terrasse. Als ich mit der Beobachtung beginnen wollte, kamen Wolken aus SW auf, offenbar tiefe Wolken, weil sie recht hell waren. Nachdem ich gezögert hatte, habe ich mich doch noch für wenige Objekte aufgemacht und die Wolken ließen Lücken. Die dunkelsten Sterne hatten ca. 4.8mag. Heller Himmel, reflektierende Wolken und Beleuchtung aus Nachbargärten sorgten für ein eher mäßiges Umfeld.

 

M 105 und NGC 3384, Galaxien im Löwen

Nach Winfrieds Beobachtungstipp habe mich sofort auf M 105 und seine Nachbarn „gestürzt“. Die beiden Galaxien tauchten sofort im Okular auf. Mit CLS-Filter konnte ich die ungünstigen Umgebungsbedingungen ein wenig relativieren. Der Himmelshintergrund erschien dunkler und die Galaxien wirkten etwas kontrastreicher.

Beide Galaxien haben einen auffällig hellen Kern mit strukturloser Coma. M 105 ist rund, NGC 3384 erscheint im Vergleich dazu leicht elongiert. In beiden Objekten sind keine Strukturen zu erkennen. Ein Feldstern bildete mit den beiden beschriebenen Galaxien ein annährend gleichseitiges Dreieck. Wobei ich mir nicht ganz sicher war, ob ich den Kern einer weiteren Galaxie vor mir hatte. Vergleiche mit www-Bildern scheinen das nicht zu bestätigen.

Die dritte von Winfried beschriebene Galaxie (NGC 3389) war also nicht zu erkennen. Mit einer Helligkeit von 12.8mag kann man das bei den Bedingungen auch wohl kaum erwarten. Zumal das schon nah an die optimale, rechnerische Grenzgröße des Dobson reicht.

M 105 wird im einer Helligkeit von 9.3mag angegeben, NGC 3384 mit 9.9mag.

Vergrößerungen: 52x, 125x      Filter: CLS

 

NGC 2683,  Galaxie im Luchs

An der Grenze der Sternbilder Luchs und Krebs findet sich diese Galaxie, die das Aufbauen des Dobson lohnte! Es handelt sich um eine Galaxie in Kantenlage. Entsprechend zeigt sich eine lange diffuse Spindel mit einer ebenso geformten Kernregion. Mit indirektem Sehen erscheint sie sehr groß, da hierdurch die schwächeren Bereiche hervortreten. Bei längerer Betrachtung wirkt die hellere Kernregion flockig, granuliert. An einer Seite (westlich orientiert) grenzt sich die Kernregion durch eine dezente Dunkelstruktur von der Peripherie der Galaxie ab. Hier deutet sich wohl eine Staubregion an, die einen Spiralarm erahnen lässt.

Ein absolut lohnendes Objekt, das einer längeren Betrachtung wert ist! Ich kann es jedem empfehlen, zumal die Himmels-region im Vergleich eher wenig bietet

Vergrößerungen:  52x, 125x, 156x    Filter: CLS



Donnerstag  05.04.2018                     Ort: meine Terrasse im Soester Süden

 

Verwendetes Fernrohr: 10“ Dobson

 

NGC 2903,  Galaxie im Löwen

Diese Galaxie findet sich quasi vor der Nase des Löwen. Sie ist recht groß und oval (9.7mag). In der Mitte, bzw. leicht aus der Mitte des diffusen Ovals verschoben, findet sich eine auffällige, rundliche Aufhellung. Dadurch wirkt die Galaxie etwas asymmetrisch, schönes Phänomen. Der zentrale Bereich erscheint leicht körnig.

Das 8mm Okular mit 156x Vergr. ergibt die detailreichste Darstellung. Insgesamt ein Objekt, das eine erneute Beobachtung verdient.
Eine Aufhellung in NGC 2903 wird als NGC 2905 katalogisiert.

Vergrößerungen:  52x, 96x, 156x, 192x   Filter: CLS

 

NGC 3593,  Galaxie im Löwen

Die Galaxie findet sich ca. 1° westlich des bekannten Leo Tripletts. Visuell fällt ein kleiner, heller, runder Kernbereich auf, von dem - fast strichförmig - zwei diffuse, schlanke Ausläufer ausgehen. Ein flächig erscheinender Halobereich ist nicht erkennbar. Ich finde Helligkeitsangaben von 10.9-11.8mag.

Vergrößerungen:  156x      Filter: CLS

 

NGC 3596,  Galaxie im Löwen

2° nördlich von NGC 3593, bzw. 40‘ südlich des Stern theta Leonis findet sich die Galaxie NGC 3596. Das ist eine echte Aufgabe für Beobachter und 10“er! Auf den ersten Blick ahne ich, dass ich es mit einer Galaxie in Draufsicht (face-on) zu tun habe. Durch die digitalen Teilkreise weiß ich, dass ich am richtigen Ort bin. Leichtes wackeln am Teleskop offenbart dann einen zarten, gräulichen Hauch von Nebel. Dieser hebt sich kaum vom Hintergrund ab und zeigt keine wesentliche Aufhellung zu Mitte. Bei längerer Betrachtung wirken die Aufhellungen ein wenig zusammenhanglos, bilden aber doch eine nierenartige Form, so dass man gegenläufige Arme „zusammenphantasieren“ kann.

Vergrößerungen:  156x      Filter: CLS

 

M 66, M 65, NGC 3628 Leo-Triplett,  Galaxien im Löwen

Hier begnüge ich mit einem kurzen Blick, wenn ich schon in der Gegend bin. M 65 zeigt sich oval und ohne Strukturen. M 66 deutet Ansätze von Spiralarmen an. Höhere Vergrößerungen hätten womöglich mehr ergeben. NGC 3628, nördl. der beiden Messierobjekte erscheint als diffuses Rechteck. Das von Fotos bekannte Staubband finde ich auch heute nicht. Die Ränder verlaufen mit dem Hintergrund, so dass eine Abgrenzung schwer ist.

Vergrößerungen:  96x, 125x      Filter: CLS

 

M 105, NGC 3384,  Galaxien im Löwen

Hier nur der erneute Versuch die dritte Gx (NGC 3389) zu entdecken: Auch heute zeigen sich nur die genannten hellen Galaxien, jedoch nicht die dritte (vgl. Vorbeobachtung).

Vergrößerungen:  96x, 125x      Filter: CLS

 

M 95, M 96,  Galaxien im Löwen

Wie gesagt, wenn man schon mal in der Gegend ist. Bis auf NGC 2903 befinden sich alle beschriebenen Objekte unmittelbar südlich der Figur des Sternbildes.

Diese beiden sind hell, ohne erkennbare Struktur und mit heller Kernregion. Zeigen also das häufige, galaxientypische detailarme Bild. (außer man hat 50-60 cm Öffnung).

Vergrößerungen:  96x, 125x      Filter: CLS

 

Legende:

Gx = Galaxie

OC = offener Sternhaufen (open cluster)

GC = Kugelsternhaufen (globular cluster)

Gn = Gasnebel

PN = Planetarischer Nebel


                                                                                                                                                                                  

 

                                                                                                                 

Die Galaxien M 105, NGC 3384 und NGC 3389, die nicht erkannt werden konnte (v. r. n. l.). Die Aufname entstand an der Sternwarte Meckingsen mit Teleskop CDK17, CCD-Kamera Atik 11000, Filter CLS, Belichtung 300s am 20. März 2018.

Sternfreunde-Soest

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