Mit uns zu den Sternen
Sternfreunde-Soest e.V.
Beobachtungsbericht

 

Beobachtungsbericht vom 15.09.2020

 

Beobachter: Uwe

 

Ort: Flugplatz Lohner Klei

  

Uhrzeit: 22:15 - 00.15 MESZ


Teleskop: Dobson 250/1250mm

 

 

NGC 6751 PN im Adler

Dieser PN stand schon länger auf meiner Liste. Aber mit 11,9 mag und einer Ausdehnung von 0,4' x 0,4' ist er nicht gerade ein Leuchtfeuer am Sternenhimmel.

An diesem Abend sehe ich einen fast stellaren, kleinen, runden, opaken Fleck. Der Rand zeigt sich unscharf und unruhig. Strukturen kann ich nicht erkennen.

Vergrößerung: 192x       Filter: keine

 

NGC 6905 PN im Delphin

Hier wird das Auffinden leichter gemacht. Mit 1,3' x 0,7' und 11,1mag stellt sich sofort ein mäßig heller "Wattebausch" dar. Zunächst wirkt er rund, bei weiterer Betrachtung und Vergrößerung kommt die elliptische Form hervor. Auch hier sehe ich keine Strukturen und ebenfalls einen undefinierten Rand. Der Nebel wird von zweit Sternen eingerahmt.

Vergrößerungen: 96x, 156x, 250x       Filter: keine

 

NGC 6934 GC im Delphin

Hier habe ich einen 8,8mag hellen Kugelsternhaufen im Okular, Ausdehnung 7,1'. Es stellt sich ein heller nebliger Fleck dar, der in seinem Umfeld ausläuft. Ein 9,2mag heller Stern steht unmittelbar westlich. Im Haufen ist nach NO so eben noch ein Stern zu erkennen. In der Nachbearbeitung identifiziere ich ihn als einen 13,7mag schwachen Stern aus dem GAIA-Katalog.

Der Haufen ist nicht aufzulösen, wirkt aber bei indirektem Sehen grießig.

Vergrößerung: 250x       Filter: keine

 

M 30 GC im Steinbock

Bei meiner letzten Beobachtung von M30 diesen Sommer war die Sicht auf den tief stehenden Haufen nur mäßig, daher nehme ich einen neuen Anlauf.

M30 kann trotz der geringen Höhe über dem Horizont (15°) gut aufgefunden werden. Mit ein wenig Geduld ist auch die Struktur des Sternbildes Steinbock zu erkennen.

Den Haufen kann ich nicht auflösen, bei indirektem Sehen ist er aber deutlich körnig und wirkt ein wenig unregelmäßig. Ich meine, dass er in der N-S Ausrichtung leicht elongiert ist. Nach Norden ragt mittig und vom Westrand aus jeweils eine kurze Sternkette aus dem Haufen heraus.

  

Gamma und OR Delphini, bzw. Struve 2727 und Struve 2725, Doppelsterne im Delphin

Am 10.09. hatte ich meine Beobachtung vom DS Gamma Delphini beschrieben. Bei der Nachbearbeitung der Beobachtung fiel mir auf, dass ein weiterer DS nur gut 14' entfernt steht. Die Nummern aus dem Struvekatalog habe ich ergänzt.

Struve 2727 steht nach Nord, Struve 2725 rechts unterhalb der Mitte. Der Helligkeitsunterschied der Doppelstern ist größer als hier zeichnerisch dargestellt.

Auf jeden Fall ein lohnendes Objekt!

Vergrößerung: 96x       Filter: keine

 

Mars in den Fischen

Mars läuft auf seine Oppositionsstellung (Anfang Oktober) zu. Während die Erde ihn auf der Innenbahn überholt, ergeben sich beste Beobachtungsbedingungen. Um mir die Dunkeladaption für die Deep-Sky-Objekte zu erhalten, kommt die Sichtung zum Ende; so hat Mars die Chance weiter über den Horizont zu steigen.
Allerdings stelle ich erst jetzt fest, dass doch merkliche Luftunruhe herrscht, obwohl das Umfeld am Flugplatz recht homogene Umgebungsbedingungen bietet.

Es ist nicht schwer im 10"er Strukturen auf dem Mars zu erkennen, das zeichnerische Fixieren hingegen ist dann doch eine echte Aufgabe, da die Details bei der bewegten Luft visuell schwer zu halten sind und das Gesehene immer wieder verifiziert werden will.

Die südliche Polkappe leuchtet hell weiß. Am Ende reicht es nur (oder doch noch) für eine Skizze.

Mit den Marsstrukturen bin ich wenig vertraut.

Hier finden Sie eine Marskarte:  http://www.sternwarte-eberfing.de/Aktuell/2014/April/Marskarte.html

Rot- und Orangefilter fördern die Kontrastwahrnehmung merklich, insbesondere der Orangefilter bei 250x.

 

 

Legende:

Gx = Galaxie

OC = offener Sternhaufen (open cluster)

GC = Kugelsternhaufen (globular cluster)

Gn = Gasnebel

PN = Planetarischer Nebel

DS = Doppelstern


 




                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

NGC 6751 Planetarischer Nebel aufgenommem an der Sternwarte Meckingsen. Die Aufnahme ist ein Ausschnitt aus dem Original. Deutlich erkennbar ist die typische Dipolarit├Ąt des PN.
Teleskop:PlaneWave CDK17; Kamera: Atik 11002; Datum: 15.09.2020; Belichtung: 300s; Filter: Ha; Chiptemperatur -16┬░C;
Die Doppelsterne Struwe 2727 im Norden und Struwe 2725 westlich der Mitte. Skizze von Uwe.
^