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Beobachtungen am 17.07.2017


Beobachtungen vom 17. zum 18.07.2017


Beobachter: Uwe

 


Objekt

Typ

Sternbild

Vergr.

Filter

Beschreibung

Jupiter

--

--

125

--

Um 22.00 Uhr war ich startklar. Jupiter bot sich über den Baumkronen an. Obwohl noch eine Höhe von 20° über dem Horizont bestand, ist an dem Beobachtungsplatz Richtung Westen Schluss (= klagen auf hohem Niveau). Höher vergrößern machte keinen Sinn, da die Luft zu unruhig war. Alle 4 Monde zeigten sich sowie die Äquatorialbänder, wobei eines unregelmäßig wirkte.

 

Saturn

--

--

125,156

--

22.30 Uhr, dunkel genug für Saturn. Der Ring ist max. offen und zeigt bei ruhigen Luftmomenten im 10"er  umlaufend die Cassinische Teilung im Ring. Als sichtbare Monde wurden Rhea, Titan und Hyperion identifiziert. Auf der Planetenscheibe ist ein kräftiges Band und andeutungsweise ein weiteres schmales erkennbar. Alles ein wenig abhängig von der augenblicklichen Luftunruhe.

 

Das geplante Zielgebiet waren die Sternbilder Schütze (Sgr) und Skorpion (Sco). Die Südsicht von der Rissmecke aus ist konkurrenzlos, so dass ich trotz Cirrusbewölkung auf gute Chancen hoffte. Mit fortschreitender Nacht ergaben sich immer bessere Möglichkeiten (ab ca. 0.00 Uhr), so dass der Schütze fasst vollständig sichtbar wurde. Lediglich Eta Sgr war nicht sichtbar. Auf den Sternfeldaufnahmen, die Winfried mit stehender Kamera anfertigte, ist er wiederum sichtbar. Immerhin befinden wir uns hier bereits bei einer Dekl. von -34°. Hellere Stern wie Delta und Zeta Sgr (ca. 3mag) waren gut mit freiem Auge zu erkennen. Da sich der Sco sowohl dem Horizont wie dem Baumbestand zuneigte, waren hier die ersten Ziele.

 

M80

GC

Sco

125,156,

250

--

Der Haufen findet sich in der "Schere" des Skorpions bei -23° Dekl. (7,8mag). Bei mittlerer Vergr. zeigt er sich noch neblig, zur Mitte etw. konzentrierter, bzw. heller. Er verträgt eine höhere Vergr. da er nicht allzu groß ist (Durchmesser 5'). Mit mehr Vergr. wird er flockig/unregelmäßig. Ich konnte keine Einzelsterne sehen.

 

M4

GC

Sco

125,156,

250

--

Er findet sich nahe Antares, dem Hauptstern im Sco. Mit 6mag ist er heller als M80 und auch deutlich größer (Durchmesser 20'). Obwohl es ein GC ist wirkt er länglich. In der Literatur findet sich der Hinweis auf einen "zentralen Balken". Dies bestimmt offenbar den visuellen, unrunden Eindruck. Ab 156x ist er in Einzelsterne auflösbar.

 

Der Dunst lichtete sich, mit zunehmender Nachtstunde kam die Milchstraße beeindruckend hervor. Sie war ohne Schwierigkeiten vom mittlerweile aufgegangenen Perseus im Norden bis zum Schützen im Süden zu sehen. Die unterschiedlichen Bereiche zeigten Helligkeitsabstufungen. Ebenso war die Teilung durch intergalaktischen Staub, beginnend im Schwan bis zum Schützen gut verfolgbar, ebenso der aufgehellte Bereich der Schildwolke, in eben diesem Sternbild und die südl. liegen Gebiete!! Was für ein Anblick, wenn man bedenkt, das in Soest die Milchstraße bestenfalls als gleichförmig blasses Band in den Sommersternbildern mal mehr, mal weniger wahrzunehmen ist. Winfried hat Sternfeldaufnahmen mit feststehender Kamera erstellt.

 

M21

OC

Sgr

96,125

--

Ein offener und verteilter Haufen, der Winfried bereits im Feldstecher auffällig erscheint; 6,5mag

 

M20 + M8

Gn

Sgr

--

--

Beide Emissionsnebel erkenne ich nicht so recht, da bedarf es einer erneuten Beobachtung, wenn der Sommer es zulässt. Evtl. habe ich den Umfang von M8 unterschätzt, der es lt. Literatur bequem auf Vollmonddurchmesser bringt.

 

NGC 6530

OC

Sgr

52

--

Am Ort von M8 findet sich eine locker verdichtete Sterngruppe, die sich bei der Nachbearbeitung als offener Haufen erweist.

 

M22

GC

Sgr

52,125,

156

--

5,2 mag; Durchmesser 24': Eindeutig "zweiter Sieger" des Abends! Ein heller, großer GC der sich aller Pracht darstellt.

Er steht NÖ von Lambda Sgr, der Spitze des "Teekannendeckels".  Die Grundstruktur des Sternbildes erinnert an einen teapot, wie das Sternbild im angelsächsischen genannt wird. M22 zeigt viele Sterne und im Vergleich zu den anderen in diesem Gebiet, und hier sind viele versammelt, ist er eher offen; wobei der Kugelhaufencharakter klar erkennbar bleibt. Gut, dass ich am Dobson im sitzen beobachte, ansonsten… der Anblick haut Euch aus den Socken! "Sattsehen" dauert hier. Groß, rund, vielfältig und sternenreich! LOHNEND

 

M28

GC

Sgr

125,156,

250

--

Hier kann man sich wieder ein wenig beruhigen. Der "kleine Bruder" steht nebenan,  ebenfalls in Nähe zu Lambda Sgr. Mit 6,9mag ist er dunkler und hat nur 1/4 der Größe von M22. Bei 156x wirkt er neblig, fleckig-granuliert und gleichförmig. Auch bei 250x wird er nicht aufgelöst, erscheint dann aber körnig.

 

M54

GC

Sgr

156,250

--

7,7mag und Durchmesser ~7'. Steht im SÖ Teil des teapots ist klein, bleibt auch bei mehr Vergr. klein und lässt sich nicht auflösen.

 

Zwischenzeitlich entdeckt Winfried immer wieder Meteore. Durch den dunklen Ort fallen auch die schwächeren auf, die im urbanen Umfeld "untergehen". Winfried nutzt das freie Auge, den Feldstecher und die Kamera. Ich bin im Deep-sky-Fieber und habe das Auge am Okular. Gegen 00.45 sehen wir ein helles Iridium flare. Winfried schätzt -7mag. Die Recherche in www.heavens-above.de sagt, dass es sich um Iridium 58 handelte mit einer Helligkeit von -8mag (!!!). Das Flare überstrahlt seine Umgebung erkennbar. Mein bisher hellstes Flare. Die Bodenspur des Satteliten geht genau über Körbecke hinweg.

Die Zielobjekte am Südhorizont verabschieden sich vom Himmel, somit ist es an der Zeit dem neuen OIII Filter am Dobson ein first light zu gönnen.

 

Cirrusnebel

NGC 6960, 6979,

6992-5

Gn

Cyg

52,96

OIII

Wenn mich M22 schon zum Staunen brachte, so war ich hier in echter emotionaler Astro-Aufruhr! Womit die Frage nach dem ersten Sieger des Abends beantwortet wäre. Bei 52 Cygni findet sich der sog. Sturmvogel, den wir im vergangenen Sommer bereits in Winfrieds 8"er beobachtet hatten. Aber 2" mehr und die immer besser werdenden Sichtbedingungen gaben ein spektakuläres Bild her.
NGC 6960 passt bei weitem nicht ins Okular, so dass ich den Nebel mit dem Dobson immer wieder "abfahre". Im N ist er dicht und spitz zulaufend, nach S fächert er sich auf und zeigt viele Strukturen und Filamente, die sich vielarmig abzweigen. Das östliche Gegenstück, NGC 6992-5, weist ebenfalls zahlreiche Filamente und Verwirbelungen auf. Dazwischen findet sich eine dreieckig-faserige Struktur, NGC 6979, auch Pickerings Triangular Wisp genannt. Muss man sehen, kann man kaum in Worte fassen.
Ohne Filter sind nur die helleren Regionen des Nebels erkennbar, wenn man weiß, wonach man sucht.

 

NGC 6888

Gn

Cyg

52,96,

125

OIII

Zwischen Gamma und Eta Cyg lotst mich Winfried zum Crecentnebel. An einer markanten Sternraute zeigt sich eine diffuse C-Form, ähnlich einer Ohrmuschel. Verschiedene Dichtezonen sind zu sehen, er ist deutlich dunkler als der Vorgänger.

 

M27

PN

Vul

52,125

OIII

Hantelnebel im Füchschen: Er ist hell und stellt sich prompt deutlich und recht groß im Okular dar. Die "taillierte" Hantelform ist deutlich. In der "Taille" setzen die diffuseren "Ohren" an und machen es, im wörtlichen wie übertragenen Sinne, rund. Ohne Filter treten die "Ohren" weniger deutlich hervor.

 

M57

PN

Lyr

96,125

OIII

Zum Abschluss noch der Ringnebel in der Leier. Mittlerweile ist der Mond über dem Horizont (2:15 Uhr) Heller Ring mit dunklem Kernbereich ist deutlich sichtbar. Aber neben den Protagonisten der Nacht sind auch deren Augen müde.

 



































































































Datum: 2017-07-17/18     Ort: Parkplatz Rissmecke, Mö-Völlinghausen                         

Instrument: 10" Dobson 254/1250mm

 

 

Legende:

Gx = Galaxie

OC = offener Sternhaufen (open cluster)

GC = Kugelsternhaufen (globular cluster)

Gn = Gasnebel

PN = Planetarischer Nebel

                                                                                                                                                                                                    

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