Mit uns zu den Sternen
Sternfreunde-Soest e.V.
Beobachtungsbericht


Beobachtungsbericht vom 06. - 08.11.2020

 

Beobachter: Uwe


Ich fasse hier mal die letzten 3 Tage zusammen, die alle „irgendwie“ beobachtungsfähig waren, aber teils nur durchschnittliche Bedingungen boten. Am Freitag wollte ich nur den Mars beobachten, habe aber in Wartestellung und Auskühlzeit für den Spiegel ein weing „spazieren gesehen“. Der Mars war am 6.11. ein Streichergebnis. Entweder weil die Durchsicht nicht taugte oder der Blick über die Häuser hinweg die Luft bewegte.


Datum 06.11.2020  


Ort: meine Terrasse


Teleskop: Dobson 250/1250mm


M15 GC im Pegasus                                                                                                        

Ein prächtiger Kugelsternhaufen, der im Außenbereich gut aufgelöst werden kann, mittig aber doch kompakt erscheint. Nach NW und SW streben Sternketten vom Haufen weg. Der Bereich östlich neben dem Haufen wirkt sternleerer.

Vergrößerungen: 52x, 125x, 156x           Filter: keine


NGC 7331 Gx im Pegasus

Unter den städtischen Bedingungen, von meiner Terrasse aus, ist nur der helle, ovale Kern erkennbar; der aber dafür deutlich (9,5mag, Flächenhelligkeit nur 13,3mag/arcsec^2).

Vergrößerung: 156x           Filter: keine

 

Leiter 10  Sternenmuster im Pegasus

Leiter 10 gehört zu den Sternmustern die im BAfK aufgeführt sind. Im BAfK ist eine Struktur benannt, die wie das Sternbild Schütze in klein aussieht. Diesem Eindruck folge ich nur bedingt. Ich sehe eher eine Zickzack-Linie.

Vergrößerung: 125x           Filter: keine

 

Leiter 14 Sternenmuster im Pegasus

Hier kann ich kein markantes Muster erkennen und schließe meine Versuche an Sternmustern zunächst ab, zumal es sich eher um zufällige Kombinationen handelt.

Vergrößerungen: 52x, 125x           Filter: keine

 

85 Pegasi DS im Pegasus

Ein Doppelstern wird versucht. Der Abstand ist je nach literarischer Quelle 0,7 bzw. 0,8“. Das liegt im theoretischen Auflösungsbereich des 10“ Dobsons. Unter den aktuellen Bedingungen gelingt eine Trennung nicht. Teils wirkt es wie zwei Sterne, dann wieder nicht. Es ist nicht zu unterscheiden, ob der DS getrennt wird oder ob die Luftunruhe ein Doppelbild hervorruft.

Vergrößerungen: 52x, 250x           Filter: keine

 

Neptun im Wassermann

Mehr als ein bläuliches Fleckchen ist kaum auszumachen. Ein Feldstern in unmittelbarer Nähe kann in der Nachbearbeitung der Beobachtung mit einer Helligkeit von 13,1mag bestimmt werden.

Vergrößerung: 250x           Filter: keine

 

Datum 07.11.2020  


Ort: Flugplatz Lohner Klei


Teleskop: Dobson 250/1250mm


Der Mars ist das primäre Ziel, aber vorher verordne ich mir ein wenig Deep Sky bevor der helle Planet in Gesichtsfeld rückt. Die Milchstraße ist vom Schwan bis zum Perseus gut zu erkennen, aber offenbar sind viele Schwebeteile in der Luft. Bereits tagsüber bemerke ich dunstige Horizontbereiche, die sich in der Nacht durch erhebliche Abschwächung der Durchsicht zeigen.

M33  Gx im Dreieck                                                                                                 

Erstmal habe ich die Eckpfeiler der Deep-Sky-Beobachtung anvisiert. Der Kernbereich zeigt sich groß und ohne Struktur, wobei nur eine mäßige Aufhellung zur Mitte wahrnehmbar ist. Bei längerer Betrachtung fallen diffuse Bereiche nach SW auf. Spiralarme kann ich an diesem Abend nicht eindeutig ausmachen.

Vergrößerung: 35x           Filter: keine

 

M31 Gx in der Andromeda mit Begleitgalaxien M32 und M110

Zenitnah zeigen sich die drei Galaxien als wunderbares Triplet bei kleiner Vergrößerung. Während M32 als deutliches, helles Oval neben dem Andromedanebel steht, zeigt sich M110 schwächer ohne zentrale Aufhellung am Randbereich des Gesichtsfeldes. M31 hat eine gesichtsfeldfüllende Ausdehnung. Ansatzweise meine ich das Staubband zu erkennen, der Eindruck ist aber nicht immer zu halten.

Auf jeden Fall ist der Gesamtanblick des Galaxientrios ein Highlight. Es lohnt sich doch, auch wieder die Objekte zu besuchen, von denen man meint „Hab‘ ich schon ein Dutzendmal gesehen“.

Vergrößerung: 35x           Filter: keine

 

Arp 113 Gx in der Andromeda

Hier stehen die NGC’s 68, 70, 71 als Gruppe zusammen, weitere NGC Galaxien ergänzen das Trio. Ich kann nur ein unregelmäßiges schwaches Glimmen vor dem Hintergrund ausmachen, das sich erst durch Field-Sweeping offenbart. Ich kann die jeweiligen Galaxien an diesem Abend nicht trennen. Die Unregelmäßigkeit der Struktur weist aber auf ein wenig gewöhnliches Objekt hin. Schwache Feldsterne stehen in unmittelbarer Nähe. Teils ergibt sich der Eindruck eines kleinen, schwachen offenen Haufens.

Vergrößerungen: 52x, 96x, 125x           Filter: keine

 

NGC 891 Gx in der Andromeda

Diese Galaxie gilt als Paradeobjekt einer Edge-on-Galaxie. Unter den Bedingungen dieses Abends ist sie erkennbar als schmaler, sehr langer, diffuser Strich am Himmel. Es zeigt sich eine inhomogene Struktur. Das berühmte Staubband bieten die Bedingungen nicht an. 96x erweist sich als beste Vergrößerung. Bei 125x „saufen“ die Randbereiche im Hintergrund ab.

Vergrößerungen: 52x, 96x, 125x           Filter: keine

 

NGC 750/751 (Arp 166) Gx im Dreieck

Hier handelt es sich um zwei Galaxien, die nahe bei einander stehen. Ich sehe eine ovale, opake Aufhellung, die nicht in zwei Objekte zu trennen ist.

Vergrößerungen: 52x, 125x           Filter: keine

 

Mars in den Fischen

Die Luftunruhe ist zu groß, als dass ich aus meiner Skizze eine ordentliche Zeichnung erstellen könnte. Nur blickweise zeigen sich klar die Details der Oberfläche, die dann aber gut erkennbar sind. Meistenteils kann ich aber nur Hell-Dunkel-Bereiche wahrnehmen. Der Bereich der Großen Syrte ist markant. Dunklere Stellen folgen nach. Eine Polkappe kann ich (zu meiner Überraschung) nicht ausmachen.

Vergrößerungen: 52x, 156x           Filter: Wratten 21 (Orange)

 

Uranus im Widder

Ein Schnellblick auf Uranus folgt. Ein kleines, grünliches Scheibchen zeigt sich schon bei mäßiger Vergrößerung im Okular, so dass er gut von umgebenden Feldsternen unterscheidbar ist.

Vergrößerung: 52x,           Filter: keine

 

Um 22:08 Uhr löst sich pünktlich der Mond aus dem Horizontdunst. Fast wie ein Boot taucht er erst schwach, dann mit zunehmender Helligkeit über dem Horizont auf und beendet die Beobachtung.

 

Datum 08.11.2020  


Ort: Meine Terrasse


Teleskop: Refraktor APO 90/600mm


Sonne                                                                                                                       

Derzeit zeigt sich eine ausgedehnte Fleckengruppe auf der Sonne. Diese wird durch einen mächtigen Fleck auf einer Seite und 4 mittelgroße Flecken auf der anderen Seite eingefasst. Dazwischen zeigen sich viele kleine Flecken und Poren, sowie penumbra-artige Strukturen ohne zentralen Fleck. Die Sichtung erfolgt durch Cirren. Leider ist die Sichtung nicht so stabil, als das eine ordentliche Zeichnung möglich ist. Ich hoffe aber, dass Folgebeobachtungen an den nächsten Tagen gelingen. Ab Mittwoch ist wieder Homeoffice, dann geht’s in der Mittagspause ans Okular.

Vergrößerung: 120x,           Filter: Wratten 12 (Gelb)


Legende:

Gx = Galaxie

OC = offener Sternhaufen (open cluster)

GC = Kugelsternhaufen (globular cluster)

Gn = Gasnebel

PN = Planetarischer Nebel

DS = Doppelstern


 


 

 




                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

Mars aufgenommen am 03.11.2020 um 20:51UT an der Sternwarte Meckingsen. Gut zu sehen ist die große Syrte oben rechts und schwach die Südpolkappe.
Aufnahme am ExploreScientific-Refraktor 127/950mm, Kamera Fujifilm FinePix E900, Okularprojektion mit 20mm Okular
Die im Text beschriebenen Sonnenfleckengruppe, aufgenommen am 07.11.2020 um 11:34UT an der Sternwarte Meckingsen. Ausschnitt aus der Originalaufnahme.
Aufnahme am ExploreScientific-Refraktor 127/950mm focal, Kamera Nikon D7200, Bel. 1/8000s bei ISO500.
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