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Beobachtungsbericht vom 18.10.2017


Beobachter: Winfried


Dass auch tagsüber die Sternfreunde beobachten, ist nichts Ungewöhnliches. Dabei denkt man natürlich an die Sonne. Das die Beobachtung von Sternen und Planeten am Tage möglich ist, ist Vielen nicht bekannt. An der Sternwarte Meckingsen wird dies schon seit Jahren praktiziert. So wird die Venus generell nur tagsüber beobachtet, weil das Bild dann viel schärfer als in der Dunkelheit ist. Die Venus kann sogar ohne Fernrohr nur mit den bloßen Augen gesehen werden, wenn der Himmel besonders klar ist und der Beobachter im Schatten oder in einer Sternwartenkuppel steht.

Weil die Sonne am Mittwoch fleckenfrei war, galt das Interesse zunächst den Protuberanzen und ihren Veränderungen, was mit dem Halpha-Filter sichtbar wurde. Danach, in der Zeit zwischen 17 und 18 Uhr, ging es auf die Jagd nach Doppel- und Mehrfachsternen.

Zuerst wurde mit Hilfe der Teilkreise und der Sternzeituhr die Vega (Alpha Lyrae) eingestellt, um den Astromaster (Positionierrechner) zu starten, mit dem dann die gewünschten Objekte eingestellt wurden.

Den Anfang machte Mizar (Zeta Ursae Majoris). Die hellere Komponente (2,2mag) war sofort sichtbar, bei der dunkleren (3,9mag) musste ich schon genauer hin schauen. Der Abstand der beiden Sterne beträgt 14,3" (Bogensekunden). Das gleichhelle Reiterlein, auch Alcor genannt, machte dagegen enorme Schwierigkeiten. Da ich diese Konstellation früher mit einem 65mm, jetzt aber mit einem 31mm Okular beobachtete, war der scheinbare Abstand im Okular natürlich fast doppelt so groß. Wenn sich dann das Auge nicht exakt fokussiert, ist ein Stern, der sich nur wenig von der Hintergrundhelligkeit abhebt, nur schwer zu finden. Aber auch das gelang letztendlich. Das Reiterlein ist mit seinem Abstand von 11' 47" (11 Bogenminuten) zu Mizar als Augenprüfstern bekannt.

Der nächste Doppelstern war Albireo (Beta Cygni), wo die beiden Komponenten 3,1 und 4,7mag hell sind und in einem Abstand von 34,3" zueinander stehen. Die gelbe Farbe von Beta 1 Cygni und das Grün-Blau von Beta 2 Cygni waren gut zu erkennen.

Zum Schluss wurde Ausschau gehalten nach dem Vierfach-System Epsilon Lyrae. Nach kurzem Suchen war die beiden Hauptkomponenten gefunden und bei genauerem Hinsehen waren diese in je zwei Sterne trennbar. Die Helligkeiten und Abstände sind wie folgt:

Komponente 1 (Epsilon 1 Lyrae) 4,7mag

Komponente 2 (Epsilon 2 Lyrae) 4,6mag

Abstand 207" oder 3' 27" (Augenprüfstern für sehr gute Augen)

Sterne der Komponente 1    5,0mag und 6,1mag

Abstand der beiden Sterne 2,7"

Sterne der Komponente 2    5,3mag und 5,4mag

Abstand der beiden Sterne 2,3"

Alle vier Sterne leuchten weiß.

 

Die benutzte Vergrößerung war ca. 100fach.

 

                                                                                                                                                                    


Das Bild zeigt Zeichnungen der beobachteten Doppel- und Mehrfachsterne. Die Kreise geben den Gesichtsfeldrand an. Die Abstände der Komponenten Epsilon 1 und 2 Lyrae und vom Mizar sind vergrößert. Bei maßstäblichen Zeichnungen wären sie nicht mehr getrennt darstellbar.

Sternfreunde-Soest

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