Mit uns zu den Sternen
Sternfreunde-Soest e.V.
Beobachtungsbericht

Beobachtungsberichte vom 19.06. und  25.06.2020


Beobachter: Uwe


Beobachtungsort: Bei mir zu Hause


Datum: 19.06.2020


Die „weißen Nächte“ bieten derzeit nur die zweite Nachthälfte als lohnende Zeit an. Aber der himmelsaffine Mensch schaut auch mal am Tage nach oben. Daher habe ich Euch ein Foto eines Sonnenhalos vom 19.06. angehängt. Die Dachgaube deckt die Sonne passend ab. Das Halo war sehr stabil und sicher eine Stunde intensiv zu sehen.



Datum: 25.06.2020


Beobachtungsort:  Meine Astroterrasse


Zeit: 01:00 MESZ

 

Teleskop:  APO 90/600mm


 

C/2017 T2 Komet

Die Nächte in der Woche wären noch deepsky-fähig gewesen, da der Mond gegen Mitternacht unterging und die Bedingungen gut erschienen. Die erdgebundenen Bedingungen (morgens zur Arbeit fit sein), waren weniger günstig. Daher habe ich mich nur noch schnell mal mit dem kleinen Refraktor an den Kometen gewagt, da er von meiner Terrasse aus günstig gen Nordwesten in den Jagdhunden stand. (fst. ca. 4,4mag)

 

Mittels der App "SkySafari" auf dem Handy in der linken Hand ist das Starhopping ganz komfortabel, und die angegebene Position war nach kurzem erreicht. Die Position lag günstig auf der Mitte zwischen Gamma UMa und Beta CVn. Die Helligkeit war in den einschlägigen Informationsquellen mit ca. 8,5mag angegeben. Optimistisch habe ich alles ausgerichtet, und ein markantes Sterndreieck mit HIP 59760 an der Spitze diente als Landmarke und Zielgebiet.

Ich meinte zunächst ein schwaches Schemen wahrzunehmen. Einer genaueren Prüfung über alle Vergrößerungen, auch unter der Zuhilfenahme des Kometenfilters, konnte der erste Eindruck nicht standhalten, so dass der Refraktor zwar ein hübsches Bild abgab, aber der Komet nicht wirklich zu erkennen war. Auch wenn ein ähnlich helles Objekt gut zu erkennen war.

Vergrößerungen:  25x, 40x,55x, 80x, 120x   Filter: SWAN  

 

M 106 Gx  in den Jagdhunden

Nur knapp ein Grad nördlich der Position findet sich die Galaxie M106 mit 8,4mag. Die war prima als Galaxie zu erkennen. Es zeigte sich eine im Verhältnis von ca. 1:4 elongierte Ellipse. Der Rand hob sich klar vom Hintergrund ab und ein heller, ebenfalls ovaler Kernbereich war zu erkennen. Teils hatte ich den Eindruck, dass mittig eine stellare Aufhellung aufblinkte. Na also, immerhin was bevor die Nachtruhe notwendig wurde.

Vergrößerungen:  25x, 40x,55x, 80x, 120x   Filter: SWAN  

 


Zeit: ab 22:30 MESZ

 

Mond

Auf den Tag folgte erwartungsgemäß eine weitere Nacht, in der der Mond hoch genug über den ungeliebten Neubauten in meiner Nachbarschaft stand.

Bei einem Mondalter von 4,7 Tagen ist er zu ca. einem Viertel beleuchtet. Trotz wabernder Luft war die Abbildung im Refraktor zufriedenstellend.

Das Mare Nectaris lag schön am Terminator. Vom Krater Beaumont läuft eine leichte Erhebung nach Norden, die bei tiefem Sonnenstand einen klaren Schatten wirft. Im fotografischen Mondatlas (Oculum Reiseatlas Mond; Bilder des „Lunar Reconnaissance Orbiter“) ist die Erhebung weder auffällig noch bezeichnet.

Der Terminator liegt genau über dem Krater Theophilus. Der westliche Kraterrand und der massive Zentralberg werden schon von Strahlen der aufgehenden Sonne auf dem Mond beschienen, während der tiefere Kraterrand und der Kraterboden noch im Dunkeln liegen.

Der stark erodierte Krater Jansen fällt als große Struktur im kraterreichen Mondsüden auf. Randständig, innenliegend gibt Krater Fabricius eine deutliche Struktur her. Östlich davon ist das Vallis Rheita ein Hingucker; auch deutlich von Erosion und Überlagerungen geprägt, fällt diese 500km x 30km lange Kraterkette auf.

Vom niedrigen Sonnenstand profitiert weiter ein nicht benannter, überlagerter Geisterkrater. In seinem östlichen Teil ist der gut auszumachende Krater Stiborius.

Vergrößerungen:  40x, 80x, 120x   Filter: keine





                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                

Sonnenhalo vom 19.06.2020 aufgenommen im Soester Süden (s. Text)
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