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Beobachtungsbericht vom 30.06.2019

 

Beobachter: Uwe

Beobachtungsort: Flugplatz Lohner Klei

Teleskop:  10" Dobson

Zeit: 00:05 - 02:15 MESZ


Ich habe die vergangene Nacht intensiv genutzt, um die südlichen Bereiche des Schlangenträgers und im Schützen zu beobachten. Da gibt es so viel, dass man nie fertig wird. Aber die Gelegenheit eines mondlosen Samstagabend mit  - für unsere Breiten – guten Bedingungen konnte ich mir nicht entgehen lassen; auch wenn ich bereits bei Abfahrt müde war. Das verflog aber nach den ersten Sichtungen schnell. Gelobt sei wieder mal eine mobile, schnell eingerichtete Teleskoptechnik.

Ab 2.15 Uhr hatte mich die Müdigkeit eingeholt und im Osten waren schon wieder die ersten Aufhellungen zu sehen. Zusammenfassend bin ich aber sehr froh, dass ich den A…. hochgekriegt habe, ich wüsste zwar nicht was ich verpasst hätte, aber ich hätte was verpasst.

Der Abend war für mich sehr erfolgreich, dennoch bei der Zahl der Objekte an der Grenze. Wenn man sich zu viel vornimmt, leidet möglicherweise der Eindruck am einzelnen Objekt.

 

M 107 GC im Schlangenträger (Oph)

Der Haufen ist nicht allzu groß und steht an der Basislinie eines Sterndreiecks (~8-10mag). Der Haufen soll auflösbar sein, das ist mir aber nicht gelungen. Vermutlich weil der Haufen ca. 2° südwestlich von Zeta Oph steht und damit schon recht horizontnah ist. Der visuelle Eindruck ist milchig, grießig, zum Zentrum heller, kompakt und keine wesentlichen Details.                                                                       Aber wann hat man schon die Gelegenheit in dieser Horizontnähe zu beobachten.            

Vergrößerung: 125x, 156x

 

Zu den Rahmenbedingungen sei an dieser Stelle angemerkt, dass es um Mitternacht noch recht hell war. Erst ab 0.45 Uhr war es so richtig dunkel. Dann entwickelte sich der Himmel aber prächtig. Das Sternbild Schütze war gut über dem Süd-Horizont zu erkennen. Im Laufe der Nacht kam die Milchstraße sehr gut hervor und spannte sich von Perseus über den Schwan bis zum Schützen und „stieß“ dort bis an den Horizont; bemerkenswert für unsere Breiten.


M 14 GC im Schlangenträger (Oph)                                                                

Dieser Haufen ist ausgedehnter als M107 und findet sich in einer sternarmen Gegend östlich der Mitte des Sternbildes. Das Zentrum bleibt milchig; bei der hohen Vergrößerung und mit zunehmender Beobachtungsdauer blinken am Rand schwache Einzelsterne auf, die visuell schwierig zu halten sind. Gleichartig aussehende Sterne streben nach SW aus dem Haufen heraus und bilden eine unregelmäßige Kette.

Vergrößerung: 52x, 192x


M 9 GC im Schlangenträger

Auch M 9 ist ein Kugelsternhaufen. Bevor der südlich Bereich des Sternbildes zu nah am Horizont steht, wende ich mich diesem Haufen zu, der 2,5° südöstlich von Eta Oph zu finden ist. Der Haufen ist dicht und konzentrierter als die vorgenannten, vermutlich wirkt er daher heller auf mich. Faktisch hält dieser Vergleich bei Recherche in Atlanten nicht stand. Er erscheint mir sternreicher und ist bis zu Mitte hin grießig, granuliert. Mit den nächsten beiden Haufen bildet M 9 ein Kugelsternhaufendreieck von ca. 2,5° x 1,3°

Vergrößerung: 156x, 192x


NGC 6342 GC im Schlangenträger

Dies ist der südlichste der Trias und der kleinste, obwohl er mit 26.000 Lj. am nächsten liegt. M 9 ist 2.000 Lj. weiter weg, der nächstgenannte sogar 49.000 Lj.. Der Haufen hat ein helles Zentrum, kann aber nicht aufgelöst werden. Ein Feldstern begleitet ihn in unmittelbarer Nähe.

Vergrößerung: 52x, 156x


NGC 6356 GC im Schlangenträger

Der Haufen liegt nur rd. 1,3° nördlich von M 9 entfernt und wirkt nur wenig dunkler. Bei 52x Vergrößerung passen der Haufen mit M9 ins gleiche Gesichtsfeld. Es ist erstaunlich, dass dieser Haufen nicht in der Messierliste aufgenommen wurde. Bei der Durchmusterung dieses Himmelsbereiches fällt er unmittelbar auf. Er ist kleiner als M 9, aber nicht erheblich, die Helligkeit ist – wie gesagt – vergleichbar.

Vergrößerung: 52x, 156


M 8 und NGC 6356 Gn und OC im Schlangenträger

Ein phantastischer Gasnebel in dessen, schwächeren, östlichen Teil der OC eingebettet ist. Dieser hat nur (geschätzt) rd. 20 Mitglieder, die sich aber durch ihre blau-weiße Farbe gut abheben.

Der hellste Teil des Gasnebels im Westen ist auch ohne Filter gut erkennbar, hier fallen zwei hellere Sterne auf. Mit Filter kommen viele Details heraus. Markant ist ein dunkler Bogen, der den Gasnebel teilt.

Dieser Nebel ist ein Paradeobjekt und der „Star“ des Abends! Hier bleibe ich recht lange am Okular, da die Detailfülle und Größe umwerfend ist. Mit seinen Außenbereichen ist er fast gesichtsfeldfüllend (1,3° GF).

Vergrößerung: 52x      Filter:  [OIII]

 

M16 und IC 4704 Gn und OC im Schwanz der Schlange (Ser)

Sofort fällt ein faseriger Gasnebel auf, der eine gebogene, haubenförmige Grundstruktur hat. Der offene Haufen ist locker verteilt. Durch das Gas zeigt sich ein Hintergrundglimmen. Den Wechsel zum OIII habe ich versäumt, da der Nebel auch so recht hell ist. Ebenfalls ein sehr lohnendes Beobachtungsziel.

Vergrößerung: 52x     


M 17 Gn im Schützen (Sgr)

Das nächste echte Highlight ist der Schwanennebel. Die hellsten Teile sind bereits ohne Filter zu erkennen und zeigen markant die Silhouette eines Schwans. Durch die Filteranwendung tritt das Umfeld hervor und der Schwan ist in feine Gasstrukturen und –filamente eingebettet. Ein einmaliges Objekt!

Vergrößerung: 52x, 152x      Filter:  [OIII]


M 18 OC im Schützen (Sgr)

Südlich davon findet sich dieser offene Haufen der unregelmäßig und verstreut erscheint; die charakteristische Blaufärbung hebt seine Mitglieder von den Hintergrundsterne ab.

Vergrößerung: 52x, 152x     


M 23 OC im Schützen (Sgr)

Ein sehr schöner, weit verteilter, großer Haufen.

Vergrößerung: 52x


M 20 Gn im Schützen, Trifid-Nebel

Nördlich von M8, aber deutlich kleiner. Um ein helles Zentrum bildet sich die Emissionsnebel, der von dunkleren Gassen durchzogen und unterteilt wird. Lohnend.

Vergrößerung: 52x, 152x      Filter:  [OIII]

 

M 24 OC im Schützen

Laut Atlas eine Sternwolke, die zu weitläufig für die Teleskopbeobachtung ist. Im Zentrum nahm ich eine Verdichtung wahr, die mit hoher Vergrößerung aufgelöst werden konnte und reich glitzert. Es zeigt sich wie eine ovale Fläche im Verhältnis von 1:2,5.

Möglicherweise habe das kleine Objekt nicht eindeutig identifiziert.

Vergrößerung: 52x, 250x     


M 25 OC im Schützen

Der Haufen ist hell, groß und verteilt und ist trotz weniger Mitglieder ein lohnendes Ziel.

Vergrößerung: 52x


M 101 Gx im Großen Bär (UMa)

Beim Umherschauen probiere ich mal wegen der Himmelsqualität diese Galaxie, die von meiner (hellen) Terrasse aus ein „Streichobjekt“ ist.

Es erscheint recht schnell eine große, runde Aufhellung. Die Mitte wirkt nach Westen versetzt, das Zentrum fasst sternartig. Strukturen vermag ich an diesem Abend nicht zu sehen.

Vergrößerung: 52x


M 70 GC im Schützen (Sgr)

Mutig wage ich mich an diesen sehr tiefstehenden Kugelsternhaufen (Dekl. -32°). Epsilon Sgr steht unmittelbar über der Horizontlinie, ist aber eindeutig zu sehen. Auf der Mitte zw. Epsilon und Zeta Sgr findet sich dieser Haufen, Er ist klein, kompakt, zur Mitte aufgehellt. Details vermag ich nicht zu erkennen, aber ich kann ihn auf meiner to-do-Liste abhaken.

Vergrößerung: 52x, 235x


Saturn im Schützen

Zum Abschluss ist noch Saturn an der Reihe. Aufgrund der Horizontnähe ist die Extinktion störend. Der Planet erscheint gelblich. Auf der Scheibe ist eine markante dunkle Linie zu sehen. Die Cassini-Teilung der Ringe präsentiert sich ebenfalls.

Vergrößerung: 52x, 192x, 250x


Legende:

Gx = Galaxie

OC = offener Sternhaufen (open cluster)

GC = Kugelsternhaufen (globular cluster)

Gn = Gasnebel

PN = Planetarischer Nebel


                                                                                                                                                                                                     

                                                                                                                                                                         

M 9 Kugelsternhaufen im Schlangentr├Ąger
Aufnahme: Sternwarte Meckingsen
M 17 Gasnebel im Sch├╝tzen
Aufnahme: Sternwarte Meckingsen

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