Mit uns zu den Sternen
Sternfreunde-Soest e.V.
Beobachtungsbericht

Beobachtungsbericht vom 20.11.2020

 

Beobachter: Uwe

  

Ort: meine Terrasse


Teleskop: Dobson 250/1250mm

 

Eigentlich war ich nur „scharf“ auf den Kometen C/2020 M3, den ich aber von zuhause wegen der umgebenden Bebauung erst spät von der Terrasse erreiche. Die rechte Motivation, mich ins Feld aufzumachen, fehlte mir, zumal "meteoblue" schon mäßiges bis durchschnittliches Seeing angekündigte hatte.

Die Beobachtung des Komet hat dann noch geklappt! Der Rest ist eher zufälliges Umherschlendern am Himmel; aber es gibt ja immer was zu sehen.

Dieses Jahr wird beobachtungstechnisch ergiebig. Wenn ich mich nicht verzählt habe, komme ich bis gestern auf 63 Beobachtungen, vom Einzelblick auf die Sonne bis hin zum ausgedehnten Galaxien-Hopping durch den Virgohaufen mit über 3 Dutzend Objekten. Das ist deutlich mehr als in den Vorjahren.


Mars in den Fischen                                                                                                         

Heute war der Mars das Startobjekt, da er prominent im Süden steht. An diesem Abend konnte ich verschiedene Dunkelbereiche sehen. Insbesondere der längliche, zentrale Bereich war auffällig. Der Südpol ist rechts bei 2 Uhr und konnte gut als helles, längliches Oval erkannt werden. Die Nordhalbkugel war diffus, wobei ein Bereich heller war, als bei den zahlreichen Vorbeobachtungen in diesem Jahr (linker oberer Quadrant).                                                                                              

Vergrößerung: 192x   Filter:  Wratten 12 (Orange)


Uranus im Widder 

Der Uranus konnte gut als kleine bläuliche Scheibe erkannt werden. Trotz hoher Vergrößerungen waren Monde im 10“er nicht zu erreichen. Ein schöner Anblick der Spaß machte, da die Luft ausreichend ruhig war.

Vergrößerungen: 156x, 192x, 250x   Filter:  keine

 

Collinder 21 im Dreieck

Eine Form aus 2 gebogenen Sternreihen, die ein auffälliges Muster bilden. Mittlerweile wird hier von einem Sternmuster gesprochen, es liegt wohl kein offener Haufen vor, auch wenn er visuell den Eindruck erweckt und auch den Weg in Per Collinders Katalog gefunden hat. Lohnt einen Blick!

Vergrößerung: 156x   Filter:  keine

 

Collinder 56 OC im Orion

Auf der Suche nach dem aktuellen Kometen im Orion benutze ich das Fernglas und werde auf diesen ausgedehnten Haufen aufmerksam. Er liegt auf der Linie zwischen dem gedachten Kopf des Orion (lambda Orionis) und beta Aurigae.

Es ist eine klassisches Fernglasobjekt, da er sich sicherlich über mind. 3°- 4° ausdehnt. Im – durch das durch das Bruststativ gestützte – Fernglas bleibe ich an dem Sternfeld hängen. Die Augen wandern von Stern zu Stern.

Vergrößerung: 10x   Filter:  keine

 

 

 

Komet C/2020 M3 im Orion  

Im Fernglas war der Komet nicht zu sehen, obwohl ihn manche Quellen mit ca. 8mag angeben. Die Angaben streuen aber um mehrere Größenklassen (vgl.: http://astro.vanbuitenen.nl/comet/2020M3).

Im Dobson ist er aber prompt auszumachen, auch unter städtischen Bedingungen. Es zeigt sich eine nicht abgegrenzte, diffuse Aufhellung, die eher schwach zur Mitte heller wird. Ein Kernbereich ist erst bei eingehender Betrachtung zu erkennen. Dieser ist ein wenig aus der Mitte versetzt.

Der Komet wird sich schnell weiter Richtung Sternbild Stier bewegen und wäre in günstiger Position, würde er sich nicht weiter von der Erde entfernen und wohl zunehmend schwächer werden. Derzeit ist er aber für Teleskope noch gut erreichbar.

Der Swan-Filter bringt keine Vorteile.

Vergrößerung: 52x, 125x, 156x    Filter:  keine

 

NGC 404 Gx in der Andromeda   

Der Himmel ist durch Licht aufgehellt, der Luftfeuchtigkeit erscheint mir recht hoch und sie reflektiert dankbar die zivilisatorische LED-Emission. Insofern liegen eigentlich keine Rahmenbedingungen für Galaxien vor. Ich hatte vorher schon M74 versucht, musste aber eine Nichtsichtung vermerken. Sie hat zwar 8.5mag aber als Face-on-Galaxie eine geringe Flächenhelligkeit von <14mag/arsec^2.

Ich probiere dennoch eine weitere Galaxie. NGC 404 steht unmittelbar neben Mirach (beta Andromedae) und zeigt sich trotz des hellen Sterns im Gesichtsfeld prompt als kleine, leicht unrunde opake Aufhellung. Blickweise blitzt sternförmig der Zentralbereich auf. Mit 10mag ist sie zwar dunkler, hat aber dafür eine Flächenhelligkeit von 13,1mag/arcsec^2 und ist kompakter als die (eigentlich hellere) Messiergalaxie.

Vergrößerung: 125x    Filter:  keine

 

NGC 272 OC in der Andromeda 

Da ich schon mal in der Gegend bin, nachweislich kein Galaxienwetter ist und der Blick in meinen Deepsky Beobachteratlas auf der Andromedaseite nur dieses Ziel als „Nicht-Galaxie“ ausweist, nehme ich das Objekt in den Blick. Es handelt sich um eine kleine unauffällige Gruppe aus wenigen Sternen.

Vergrößerung: 156x    Filter:  keine

 

Legende:

Gx = Galaxie

OC = offener Sternhaufen (open cluster)

GC = Kugelsternhaufen (globular cluster)

Gn = Gasnebel

PN = Planetarischer Nebel                                                                                                    

DS = Doppelstern







                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                

Mars gezeichnet von Uwe. Anblick wie im Fernrohr.
Komet C/2020 M3 gezeichnet von Uwe. Fernrohranblick!
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