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Beobachtungsbericht vom 06.07.2019

 

Beobachter: Uwe


Beobachtungsort: Flugplatz Lohner Klei, Am Hexenhügel

 

Teleskop:  10" Dobson und Fernglas 10x42


00:15 - 02:05 MESZ

 

Nach der Beobachtung vom letzten Samstag, habe ich vergangene Nacht nochmal die Gelegenheit zum „astronomieren“ genutzt, bevor der Mond die Möglichkeiten im deep-sky-Bereich pausieren lässt.

 

Leider war der Himmel nicht so außergewöhnlich gut, wie am vergangenen Samstag. Zu Beginn der Beobachtung waren noch Wolken im Süden. In N und NO hielten sie sich die ganze Zeit, so dass mein Plan, in Scorpion, Schütze und Schild zu beobachten, zunächst mal nicht aufging. Mit der Zeit besserte sich die Lage, so das Teile der genannten Sternbilder zugänglich wurden.

 

M 8 OC und Gn im Schützen

Die weniger gute Himmelsqualität machte sich in dieser Horizontnähe sehr bemerbar. Der Nebel war in der Ausdehnung ähnlich zu erkennen, wie bei der Vorbeobachtung. Allerdings erschien er dunkler. Der helle Bereich im Westen trat kaum deutlicher als die anderen hervor. Die dunkle "Lagune", als Teilung im Nebel, war zu erkennen und auch die Gase im offenen Sternhaufen NGC 6530. Die Helligkeit und die Detailfülle waren gegenüber vergangenem Samstag nicht erreicht.



Vergrößerung: 96x    Filter: [OIII]


M 17 Gn im Schützen

Hier war beinahe nur der helle Teil zu erkennen, der die charakteristische Schwanenform zeigt. Andeutungsweise sah man eine strukturlose, opake Fläche nach Osten. Auch hier vermisste ich die Vielzahl der Details, die ich am vorausgegangenen Wochenende gesehen hatte. Dennoch ist es ein eindrucksvoller Nebel, der immerhin mit einer Helligkeit von 6mag verzeichnet ist.





Vergrößerung: 96x    Filter: [OIII]

 

M 16 OC und Gn  im Schützen



Der offene Haufen trat deutlich hervor. Der Gasnebel litt unter den mäßigen Bedingungen und zeigte sich, zwar von der Umgebung abgegrenzt und trotz Filtereinsatz, nur als Hintergrundleuchten.
Vergrößerung: 96x    Filter: [OIII]


Zu allen vorgenannten Objekten ist zu sagen, dass sie von guten Bedingungen profitieren. In den letzten Sommern habe ich nur nebenbei in diese Region geschaut und fand es immer nicht so spektakulär wie vor 6 Tagen. Um die Pracht der Objekte in Gänze wahrzunehmen, braucht es dann wohl die "gewissen Nächte", die selten sind und die man dann mit Zufall erwischt.


 

M 54 und M 69 GC im Schützen

Da mir diese beiden Kugelsternhaufen in meiner Liste noch fehlen, ging ich sie mutig an.

M54 zeigte sich als kleiner milchiger Fleck, M69 konnte im Dunst nicht ausgemacht werden. Höhere Vergr. brachte bei M54 an diesem Abend keine Vorteile. Aber beide haben auch eine Dekl. Von > -30°!

Vergrößerung: 96x   Filter: keine

 

M 24 Sternenwolke im Schützen

Nachdem Winfried mich auf die ungewöhnliche Art des Objekts hingewiesen hat, hier ein Auszug aus Wikipedia:

Während die zentralen und alle fernen Teile der Milchstraße durch iinterstellaren Staub verdeckt und damit für das menschliche Auge nicht sichtbar sind, erlaubt hier ein Fenster in der Staubverteilung den Blick auf einen Ausschnitt nahe dem galaktischen Zentrum. Normalerweise verschluckt hier der Staub 20–30 Helligkeitsstufen des Lichts. In diesem Sinne kann das Objekt Messier 24 auch als Himmelsregion mit wenig Absorption bzw. interstellarem Staub aufgefasst werden.

 

Also sehen wir hier keinen Haufen, sondern wie durch ein Fenster durch den Sagittariusarm der Milchstraße hindurch. Bei 35x Vergrößerung habe ich ein Gesichtsfeld von ca. 2°, so dass die Sternwolke einigermaßen überschaubar wird. Es wirkt wie ein rechteckiger, sternreicher offener Haufen der komplett überdimensioniert ist. Schwenkt man das Teleskop in Nachbarregionen, nimmt die Sternzahl sehr deutlich ab. Es ist ein faszinierender Gedanke, das an dieser Stelle ein Guckloch in sonst nicht erreichbare Bereiche führt.
Der im Vorbericht genannte OC NGC 6603 ist 10.700 Lj. entfernt, die Entfernung von M24 wird mit 10-15.000 Lj. angegeben, somit ist er nicht vorgelagert, sondern gehört zur Region hinter dem „Guckloch“.


Vergrößerung: 35x   Filter: keine

 

Diverse Objekte im Schützen

Da ich mit dem Dobson nicht so recht zu meinem Ziel einer erneuten detaillierten Beobachtung der Objekte im Schützen kam, ging ich die Region mit dem Fernglas ab und war überrascht!

Folgende Messier Objekte waren im Fernglas um 01:10 Uhr allesamt zu erkennen: M8, 16, 17, 18, 20, 21, 22, 23, 24, 25.

M 24 ist die dunkel dargestellte Region südlich von M18 im Bild unten.

Dass das auch bei den Gasnebeln ging, ist ein Indiz für ihre Helligkeit. Alle liegen zw. 4,5-7mag; die Kugelsternhaufen bei 8mag.

Vergrößerung: Fernglas 10x42mm

 

M 11 OC im Schild (Wildentenhaufen)

Das Sternbild findet sich nördlich des Schützen und steht damit ein wenig günstiger am Himmel, als der Schütze.

Der Haufen ist sehr groß, auffällig sternreich und hell. Eine Vielzahl gleichartiger Sterne bildet eine eher rechteckige Struktur. Er ist sehr prächtig, das Verweilen am Okular lohnt. Selbst im Feldstecher ist er hell und groß. Hätte ich so einen Eindruck im 10"er, würde ich einen Gasnebel oder Kometen annehmen .

Bei direktem Sehen im Dobson wirkten alle Sterne ähnlich, bei indirektem Sehen stachen ein Stern in der Mitte und zwei randständige im Südosten heraus.

Nach Osten hin gibt es sternlose „Leerstellen“.


Vergrößerung: 96x und 125x    Filter: keine

 

M 26 OC im Schild

Wenige Grade südlich findet sich dieser, sehr viel kleinere und dunklere offene Haufen. Nach Norden gehen kurze Sternketten, zwei längliche Bereiche im Haufen in N-S Ausrichtung bleiben dunkler.

Vergrößerung: 96x, 125x, 156x und 250x    Filter: keine


NGC 6712 OC im Schild

Dieser Haufen bildet mit den vorgenannten Messiers ein Kugelsternhaufen-Dreieck. Er ist sehr klein und zeigte keine Aufhellung zum Zentrum hin. Mit 156x wirkte er körnig, mit 250x blitzten einzelne Sterne bei indirektem Sehen immer wieder auf.

Vergrößerung: 96x, 125x, 156x und 250x    Filter: kein



Legende:

Gx = Galaxie

OC = offener Sternhaufen (open cluster)

GC = Kugelsternhaufen (globular cluster)

Gn = Gasnebel

PN = Planetarischer Nebel

 

                                                                                                                                                                                             

Sternbild Sch├╝tze mit Messier-Objekten
M 11 OC im Schild
Sternwarte Meckingsen

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