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Beobachtungsbericht vom 30.12.2019


Beobachter: Uwe


Ort: Flugplatz Lohner Klei, Zum Hexenhügel


Teleskop: 10" Dobson f/5


Uhrzeit:  21:00 - 23:30 Uhr

 

 

Nun klappt es doch noch mit einer Beobachtungsnacht in 2019. Damit komme ich (schnell gezählt) auf 29; in den Vorjahren waren es immer so um die 33-36 dokumentierte Beobachtungen. Ein bisschen „Kleinkram“ mit Fernglas von der Terrasse aus ist nicht mitgezählt, und Sonnenbeobachtungen sind in diesem Jahr im Wesentlichen ausgefallen.

Zunächst habe ich der geneigten Jugend auf unserer Terrasse mit dem 3,5“ Refraktor den Mond gezeigt und auf die Venus hingewiesen. Mit fortschreitender Dämmerung haben wir einen angekündigten starlink trail vom second launch abgewartet. Ab ca. 17:50 Uhr haben wir rund 20 Minuten die Satelliten verfolgt. Ab Deneb konnten man sie gut ausmachen, und bei Capella haben wir sie durch die Sichtbegrenzung des Hausdaches verloren. Auf dieser Strecke waren immer 4-6 Objekte hell und deutlich zu sehen (ca. 3mag +/-).

Prompt steht heute auf der Titelseite des Soester Anzeigers ein Hinweis auf eine vermeintliche UFO-Meldung anderenorts. Bei aller Kritik an den Satelliten ist die Sichtung recht eindrücklich. Zum Suchen und Finden der Satelliten bitte hier schauen: www.heavens-above.com , bitte den eigenen Ort eingeben und schon werden die Überflüge angezeigt. Geht auch als App für’s Smartphone.

Später, am Flugfeld, musste ich feststelle, dass zwar ein wolkenloser Himmel vorhanden, aber die Seeing-Bedingungen sehr durchschnittlich waren. Ich habe erstmal ein wenig gestanden, bevor ich motiviert war, mein ganzes „Geraffel“ aufs Feld zu stellen. Im Grunde war es eher die Diskrepanz zwischen Erwartung und Erfüllung. Der Dobsen ist am Ende ja recht fix startklar.

Um genau zu sein: Zu Beginn der Beobachtung hatte ich fst 5.0mag im Kleinen Wagen (theta UMi). Zum Ende wurde es kaum besser, im Zenit war sigma AUR mit 5.2mag der schwächste Stern (ca. 23.30 Uhr), den ich freisichtig ausmachen konnte. Die Milchstraße erschien grau und ohne Struktur, so dass man nach der Bortleskala eine 5-6 vergeben musste.

 

C/2017 T2 Panstarrs Komet im Perseus

Darauf war ich am neugierigsten. Zwischen zwei Sternen konnte ich den Kometen mit 35x und UHC gut auffinden. Die Sichtung profitierte m. E. vom Filter; hier wirkte der Komet relativ ausgedehnt. Es zeigte sich ohne Filter ein ovales, milchiges Objekt ohne besondere Merkmale oder Details. Ein deutlicher Schweifansatz zeigte sich visuell nicht. Höhere Vergrößerungen brachten keinen Vorteil. Im Vergleich zur letzten Sichtung ein eher karges Ergebnis.

Vergrößerungen: 35x, 96x      Filter: UHC

 

Im Weiteren habe ich mich an der sogenannten Herschel 400 Liste zur weiteren Beobachtung orientiert. Das ist als „Abendprogramm“ immer ein guter Plan, nachdem der Karkoschka überwiegend durchbeobachtet ist.

 

NGC 1664 OC im Fuhrmann

Der offenen Haufen zeigt bogenförmige Sternketten und hebt sich deutlich vom Milchstraßenhintergrund ab. Er hat eine dreieckig-gebogenen Form, die an eine Haifischflosse erinnert.

Vergrößerungen:  52x,  96x     Filter: keine

 

NGC 1857 OC im Fuhrmann

Dieser Haufen kommt hingegen vor dem Hintergrund nicht recht zu Geltung, zentral springt ein eng stehendes Sterndreieck ins Auge.

Vergrößerungen:  52x,  96x     Filter: keine

 

NGC 2126 OC im Fuhrmann

Das ist mein „Streichergebnis“, da ich keine konkrete Sichtung vermerken kann. Möglicherweise habe ich nicht hoch genug vergrößert. Die scheinbare Größe beträgt 6‘.

Vergrößerungen:  52x,  96x     Filter: keine

 

NGC 2281 OC im Fuhrmann

Richtung Zwillinge findet sich dieser Haufen, der bei oberflächlicher Schätzung gut 2 Dutzend Mitglieder zeigt, eine auffällige, zentrale Raute aus Sternen ist recht markant. Ein lohnender Anblick.

Vergrößerungen:  52x,  96x     Filter: keine

 

IC 405, IC 410, NGC 1893 Gn und OC im Fuhrmann

Der Bereich der Nebel ist visuell gut zu finden, da im Süden des Sternbildes die gerade noch freisichtige Formation der Sterne 16, 17, 18, 19 Aurigae auffällt. IC 405 steht westlich daneben, IC 410 östlich.

Das Highlight des Abends ist IC 410. Ich hatte bei den genannten Bedingungen nicht damit gerechnet einen Emissionsnebel zu finden. Bei kleiner Vergrößerung konnte man die hellen Teile der Struktur bereits ahnen, der UHC bestätigte die Ahnung umfänglich. In der Okularansicht stellt sich der eingebettete offene Haufen (NGC 1893) in der Form eines „J“ dar. Dieses J hat sozusagen eine Hintergrundbeleuchtung, die sich nach Ost fortsetzt. Der Nebel hat ein wenig mehr als Vollmondgröße und ist mit einer Helligkeit von 10mag angegeben. Eine kleine Vergrößerung ist von Vorteil, bereits bei 52x stellt sich ein Kontrastverlust ein.

Westlich benachbart findet sich IC 405. An dieser Stelle fallen zwei hellere Sterne auf. Die Umgebung erscheint, in Form einer Raute, leicht aufgehellt und von dunklen Streifen durchzogen, Ausdehnung ähnlich wie IC 410. Die streifige Aufhellung fällt vor allem beim field sweeping ins Auge.

Vergrößerungen: 35x, 96x      Filter: UHC

 

NGC 1778 OC im Fuhrmann

Der kleine Haufen sticht auffällig hervor, ich finde ihn zufällig beim Schwenk. Die Identifikation gelingt schnell mit der entsprechenden Funktion der elektr. Teilkreise. Der Haufen ist in der Grundform länglich, rechteckig (~1:3). Davon setzen sich einige Sterne ab, so dass der Eindruck einer Zweiteilung gegeben ist.

Vergrößerungen:  52x,  96x     Filter: keine

NGC 2186 OC im Orion

Ich hatte eine große, lockere Verteilung als Objekt im Verdacht. Die Literatur gesteht ihm aber nur rd. 4x4‘ Größe zu, so dass ich seine schwachen Mitglieder wohl eher übersehen habe.

Vergrößerungen:  52x,  96x     Filter: keine

 

NGC 2169 OC im Orion

Einige helle, kompakt liegende Sterne sind auffällig, auch hier eine Struktur mit Zweiteilung.

Vergrößerungen:  52x,  96x     Filter: keine

 

Darüber hinaus habe ich dem Weihnachtsbaumnebel (NGC 2264) einen Besuch abgestattet. Ich habe aber keine nebligen Strukturen wahrgenommen, geschweige denn den Konusnebel an der Spitze ausgemacht. Der Orionnebel wurde mit UHC und 35x kurz überflogen, die östliche „Schwinge“ war deutlich zweiteilig und dann war’s auch gut.

 

Legende:

Gx = Galaxie

OC = offener Sternhaufen (open cluster)

GC = Kugelsternhaufen (globular cluster)

Gn = Gasnebel

PN = Planetarischer Nebel

 
Auch an der Sternwarte Meckingsen wurde von ca. 20 - 24 Uhr beobachtet und fotografiert, u. a. das nachstehende Bild von IC 405.

 

                                                                                                                                                                                             

IC 405
Aufnahme: Sternwarte Meckingsen am 30.12.2019 mit dem ExploreScientific Refraktor 127/950mm.
IC 410
Aufnahme: Sternwarte Meckingsen am 22.01.2017 mit dem ExploreScientific Refraktor 127/950mm.

Sternfreunde-Soest

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