Mit uns zu den Sternen
Sternfreunde-Soest e.V.
Beobachtungsbericht

 

Beobachtungsbericht vom 24.06., 30.06 u. 05.07.2020

  

Beobachter: Winfried

 

Orte: verschiedene


Instrument: Die freien Augen

Leuchtende Nachtwolken

In den weißen Nächten von Anfang Juni bis Ende Juli, wenn die Sonne weniger als 18 Grad unter den Horizont sinkt  und der Himmel im Norden nicht richtig dunkelt wird, kann man ein besonderes Phänomen beobachten - die Leuchtenden Nachtwolken. Im Englischen nennt man sie "noctilucent clouds" kurz NLC. Sie fallen durch ihre gelbe bis perlmutartige Färbung und der faserigen, cirrenförmigen Gestalt auf.

Während die normalen Wolken bis in 13 km Höhe vorkommen, befinden sich die NLC in einer Höhe um 83 km. Dort ist die Erdatmosphäre am kältesten, sodass sich um Materiepartikeln Eiskristalle bilden können. Woher diese Kristallisationskerne stammen ist bis heute nicht geklärt. Die Leuchtenden Nachtwolken wurden erstmals 1885, zwei Jahre nach dem Vulkanausbruch des Krakatau  beschrieben und als Folgeerscheinung der Eruption interpretiert. Heute nimmt man an, dass die Materie von Meteoren herrührt, die gerade in der Höhe aufleuchten in der sich typischerweise  die NLC befinden.

Die Leuchtenden Nachtwolken können für 1 bis 2 Stunden nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang beobachtet werden. Sie werden sichtbar, wenn die Sonne zwischen 6° und 16° unter dem Horizont steht. Das Sonnenlicht wird dann an den NLC gestreut und gelangt zum Teil zur dunklen Erdoberfläche, während der Himmel sonst bereits fast schon oder noch dunkel ist.

 

In diesem Jahr konnte ich die Leuchtenden Nachtwolken bisher selten beobachten. Dies lag sicherlich auch an der häufigen Bewölkung.

Am 24.Juni standen um Mitternacht wenige NLC tief am Nordwesthimmel. Die Beobachtung erfolgte westlich von Meckingsen auf einem Feldweg.

Recht hell und gut sichtbar waren die NLC am 30. Juni gegen 4 Uhr am Nordosthimmel, als ich zum Schlafzimmerfenster hinausschaute.

Die hellsten Leuchtenden Nachtwolken standen gestern Abend (05.07.) im Norden bis etwa 45 Grad über den Horizont. Als ich um 23 Uhr auf sie aufmerksam wurde, waren Wolken von Westen herangezogen, sodass nur die höchsten NLC sichtbar waren.

So entschloss ich mich, nach Süden zum Haarweg zu fahren, wo ich westlich von Günne einen geeigneten Beobachtungsort fand. Dort wurden nicht nur die Wolken beobachtet und fotografiert, sondern auch die dicht beieinander stehenden Planeten Saturn und Jupiter und unser fast volle Mond. Besonders schön war die Szenerie um die 3 Himmelsobjekte, wenn der Mond hinter Wolken verschwand, die er von hinten indirekt beleuchtete.

Die NLC sanken immer tiefer zum Horizont und waren nach Mitternacht nur noch als schmaler Streifen zu sehen.





                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

Hell leuchteten am 05.07.2020 die NLC zwischen den dunklen gewöhnlichen Wolken über Meckingsen.
Saturn und Jupiter oberhalb des Mondes am Himmel über dem Haarstrang am 05.07.2020.
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